Ärzte würden Apps empfehlen

Ärzte sehen eine positive Wirkung von Gesundheits-Apps: Über 90% der befragten US-Ärzte glauben an eine Verbesserung der Patienten-Gesundheit durch Nutzung mobiler Gesundheits-Anwendungen. Entsprechend hoch ist auch die Bereitschaft den Patienten Gesundheits-Apps zu empfehlen. Das gilt insbesondere für die Gebiete Therapieeinhaltung bzw. Adhärenz, Prävention und chronische Erkrankungen wie Diabetes.

Die Befragung wurde von eClinicalworks in den USA durchgeführt (n=2.291):

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mHealth-Marktzahlen: Große absolute Bandbreite, Einigkeit über starken Aufwärtstrend

Visiongain hat jüngst auf 166 Seiten Struktur und Entwicklung des globalen „Mobile Healthcare“ Marktes von 2013 bis 2018 abgeschätzt. Die Autoren  beziffern dabei den Gesamtumsatz für 2013 auf ca. 2 Mrd. USD. Die Report sieht das Potenzial, dass mHealth „jedes Element des Gesundheitswesens“ nachhaltig verändert und 2013 den Beginn einer starken Wachstumsphase darstellt. Einer der Haupttreiber für das Wachstum ist laut Visiongain die Nutzung von mobilen IT-Lösungen für effizientere Prozesse zwischen Ärzten, Krankhäusern, Patienten, und Versicherungen. Ein Vergleich mit den Ergebnissen anderer Marktforscher zeigt dabei eine beachtliche Bandbreite des absoluten Marktvolumens:

  • research2guidance beziffert den globalen mHealth-Markt in 2016 auf 26 Mrd. USD. Allein der Markt für mobile Sensoren für Health- und Fitness-Apps soll sich dann auf 5,6 Mrd. USD belaufen.
  • In einem Report von 2012 schätzte PriceWaterhouseCoopers den globalen mHealth-Markt auf  23 Mrd. USD in 2017, wovon 7 Mrd. USD auf Europa entfallen.
  • Im Gegensatz dazu schätzte Global Data das weltweite Marktvolumen für 2018 im August 2012 auf „lediglich“ 11,8 Mrd. USD. Die Marktforscher nehmen dabei von 2011 bis 2018 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 39% an.

So unterschiedlich die Marktschätzungen (und mit hoher Wahrscheinlichkeit die zugrunde liegenden Marktdefinitionen) auch ausfallen, unter den Marktforschern besteht Einigkeit über den Trend: Mobile Gesundheitslösungen werden in den nächsten Jahren stark wachsen und zunehmend zum Massenprodukt avancieren.

 

Kosten der Non-Compliance in Deutschland werden auf bis zu 75 Mrd. € geschätzt

Non-Compliance, d.h. fehlende Therapietreue bedeutet für die betroffenen Patienten ein schlechteres Therapieergebnis und Verschlechterung der individuellen Lebensqualität. Darüber hinaus entstehen beträchtliche Kosten für das Gesundheitssystem z.B. durch häufigere Hospitalisierung. Zudem fallen weitere Folgekosten für die Volkswirtschaft z.B. durch Arbeitsausfall an. Die vorliegenden Studien schätzen die resultierenden jährlichen Gesamtkosten auf bis zu 75 Mrd. €.

Quelle der
Schätzung
Jahr der Veröffentlichung Inklusive Folgekosten Kosten-
schätzung
  ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände 2002 Ja 10 Mrd. €
  ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände 2007 Nein 10 Mrd. €
  Deutsche Agentur für Health Technology Assessment 2007 Nein 10 Mrd. €
  booz & co und Bertelsmann Stiftung 2012 Ja 38-75 Mrd. €*

*Nur Hypertonie, Asthma/ COPD, chronische Rückenschmerzen, Depression und Gelenkrheumatismus

Die den Schätzungen zu Grunde liegenden Studien zur Therapie-Compliance gehen von einer Non-Compliance von 50% und mehr aus.

Quelle der Schätzung Betrachtetes Land Jahr der Veröffentlichung Anteil Non-Compliance
  ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände Deutschland 2002 >50%
  World Health Organization Industrienationen 2003 50%
  CapGemini International 2011 50%
  booz & co und Bertelsmann Stiftung International 2012 20-30%