Apps & Co. auf Rezept

Auf RezeptDigitale Therapie auf Rezept? In den USA gibt es erste Beispiele, dass das funktionieren kann. BlueStar des Anbieters WellDoc ist ein App- und Webgestütztes Patientenbetreuungsprogramm, das Diabetiker informiert, trainiert und motiviert. Bereits im Sommer 2013 hatte WellDoc die Erstattungsfähigkeit von BlueStar angekündigt. Und auch bei den „Wearables“ gibt es erste Beispiele: So erstattet der US-Versicherer Aetna seit Januar 2014 die Kosten für das Zio Patch, ein Pflaster zur Langzeit-Aufzeichnung der Herzfrequenz. Zum Einsatz kommen soll das Zio Patch z.B. zur Identifikation möglicher Herzrhytmusstörungen.

Auch in Deutschland gibt es zunehmend digitale Angebote, die eine Erstattungsfähigkeit anstreben. Gerade für diagnostische Angebote wie z.B. das von goderma oder therapeutische Angebote wie das der Caterna Sehschule oder das von tinnitracks erscheint eine Erstattung naheliegend. Entscheidend wird dabei sein, dass sich die Angebote für die Kassen nicht nur als nachweislich wirksam erweisen, sondern auch nachweisbare Kostenvorteile bieten, am besten bereits kurzfristig.

Betriebliche Gesundheitsförderung mit Digital Health

Healthbytes: Betriebliches GesundeheitsmanagementUnternehmen entdecken zunehmend das Potenzial digitaler und mobiler Angebote, um ihre Belegschaft gesund zu halten. Und das aus gutem Grund: Eine Reduzierung krankheitsbedingter Ausfälle ist bares Geld Wert. Im US-Versicherungssystem profitieren Arbeitgeber durch niedrigere Versicherungskosten noch zusätzlich von gesunden Mitarbeitern – und haben somit einen weiteren direkten Anreiz für effektive Prävention. Unternehmen haben dabei Zugriff auf eine wachsende Zahl digitaler Angebote, die sich grob in drei Gruppen zusammenfassen lassen.

  • Motivation zur Prävention mittels Apps: Erst kürzlich hat mit Endomondo eine der führenden Fitness-Apps ihr Employee Fitness Programm gestartet.  Der dänische Anbieter folgt damit US-Startups wie z.B. Keas. Durch die Angebote machen sich die Arbeitgeber die Motivationshebel der Fitness-Apps (insbes. Gamification und Social) zunutze, um bei ihren Mitarbeitern ein gesünderes Verhalten zu fördern.
  • Online-Marktplatz für Fitness-Angebote: Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung können deutsche Betriebe jedem Mitarbeiter bis zu 500€ im Jahr zukommen lassen. Anbieter wie Fitogram oder MachtFit bieten Unternehmen einen digitalen Marktplatz, über den Mitarbeiter dieses Budget bei Partnern (z.B. Fitness-Studios) ausschöpfen können. Die Betriebe schaffen so für ihre Mitarbeiter nicht nur Anreize, sondern bieten auch einen einfachen Zugang – und das ohne große Komplexität.
  • Identifikation von stress-bedingtem Handlungsbedarf: Stress kann krank machen. In Unternehmen kann sich das Stress-Level allerdings von Abteilung zu Abteilung deutlich unterscheiden. Auch ist der Einfluss nicht auf jeden Mitarbeiter gleichermaßen negativ. Hier setzt das in München und London beheimatete Startup SOMA Analytics an: Durch Auswertung der Smartphone-Nutzung erkennt die SOMA-Software das Stress-Level einzelner Mitarbeiter und gibt gezielt Hilfestellung zur Stress-Reduktion.

Digital Health bietet Unternehmen neue Möglichkeiten, um pro-aktiv die Mitarbeiter-Gesundheit zu fördern und Mitarbeiter darin zu unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu adressieren. Abzuwarten bleibt, wie schnell sich die Betriebe im größeren Umfang der neuen Möglichkeiten bedienen werden.