„Die Internetmedizin steht da, wo Handys vor 20 Jahren standen“ – Dr. Markus Müschenich im Interview

Dr. Markus Müschenich
Dr. Markus Müschenich

Das Internet macht zunehmend gesund: Eine Vielzahl von Anwendungen motiviert Patienten zu einem gesünderen Lebensstil oder unterstützt ärztlich verordnete Therapien. Weiter noch gehen Anwendungen, die unter dem Begriff „Internetmedizin“ gruppiert werden: Sie ergänzen nicht bestehende Verfahren, sondern können Arztbesuche ersetzen oder gar einen gänzlich neuen Therapieansatz darstellen. So bietet beispielsweise das Hamburger Startup Tinnitracks eine digitale Tinnitus-Therapie per mp3-Player. Dr. Markus Müschenich ist Vorstand des Bundesverbands Internetmedizin und stand uns Rede und Antwort zu Potenzial und Herausforderungen dieses innovativen Digital Health Segments:

Herr Dr. Müschenich, wie würden Sie Internetmedizin in einem Satz definieren?
Es gibt eine offizielle Definition, die lautet:

Internetmedizin bezeichnet die interaktive Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen unter Nutzung des Internets und seiner Applikationen [1]

Diese Definition orientiert sich an der Diktion des Sozialgesetzbuchs und zeigt, dass Internetmedizin keine alternative Medizin ist, sondern die nächste Evolutionsstufe dessen, was wir alle zeitlebens kennengelernt haben. Wesentlich alltagstauglicher ist diese Definition:

Internetmedizin ist Gesundheitsversorgung nach dem iPhone-Prinzip. Also vernetzte Medizin in Echtzeit, alltagstauglich und der Patient bestimmt den Prozess.

Durch Vernetzung gibt die Internetmedizin dem Patienten somit nicht nur Zugang zu Informationen, sondern „„Die Internetmedizin steht da, wo Handys vor 20 Jahren standen“ – Dr. Markus Müschenich im Interview“ weiterlesen

Schwer zu definieren: Digital Health, Health 2.0, et al.

Im noch jungen Markt für digitale Geschäftsmodelle im Gesundheitsbereich ist es leicht, den Überblick über die (nicht ganz überlappungsfreien) Definitionen zu verlieren. Für einen ersten Überblick im Folgenden einige Denkansätze:

  • Health 2.0 – Verhaltensänderung beim Individuum: Esther Dyson grenzt Health 2.0 vor allem gegen Healthcare (Health 1.0) ab: Nach ihrer Definition geht es bei Health 2.0 um Modelle, die den einzelnen Patienten dazu motivieren, sich gesünder zu verhalten (Video).
  • Digital  Health (1/2) – Die Früchte der Digitalisierung: Nach der Definition des World Economic Forum verleibt sich Digital Health alle Vorteile aus der Anwendung fortschrittlicher Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitsbereich ein, d.h. aus der Sammlung, dem Teilen und dem Verwenden von Informationen, die Gesundheit oder das Gesundheitswesen verbessern können.
  • Digital Health (2/2) – Die Verbindung zwischen Technologie und Medizin: Von Krankenhausmanagement über die elektronische Gesundheitsakte bis hin zu Fitness-Trackern: RockHealth sieht Digital Health als Äquivalent zu technologischer Innovation im Gesundheitbereich – und geht damit noch weiter als das WEF.
  • mHealth – Alles, was mobil ist: Die mHealth Alliance definiert mHealth als mobile Geräte, z.B. Handys, Patientenüberwachungsgeräte, Tablets, PDAs, etc, die die Medizin oder das Gesundheitswesen unterstützen.

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