Q3/2015: Digital Health Funding mit unverändert hoher Dynamik

3,3 Mrd. USD Venture Capital flossen von Januar bis Ende September 2015 in den amerikanischen Digital Health Sektor. Die Zahlen stammen vom US-Investor RockHealth, deren Analysten sich auf Finanzierungsrunden mit einem Volumen >2 Mio. USD konzentriert haben. Damit bewegt sich 2015 leicht über dem Niveau des vorherigen (Rekord-)jahres:

DIgital Health Funding USA Q3/2015 (kumuliert)

 

Das meiste Kapital floss in die Kategorie „Healthcare Consumer Engagement“ (489 Mio. USD), gefolgt von „Wearables and Biosensing“ (430 Mio. USD) und „Personal Health Tools“ (315 Mio. USD). Teilsweise ist dieses Ranking jedoch stark von einzelnen Transaktionen getrieben: 300 Mio. der 430 Mio. USD in der Kategorie Wearables entfallen alleine auf das Unternehmen Jawbone.

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Q3/2014: Digital-Health-Kapitalzufluss 2014 übersteigt 3 Mrd. USD-Marke

Laut der jüngsten Zahlen von RockHealth sind im dritten Quartal 2014 700 Mio. USD Venture Capital in digitale Gesundheitsangebote geflossen. Die Investitition in Digital Health eilen damit weiterhin von Rekord zu Rekord: Bereits jetzt übersteigt das Investitionsvolumen 2014 das ganze Jahr 2013 um 50% (2012: ~2 Mrd. USD).

Digital Health Venture Capital Zufluss Q3 (USA, 2011-2014)

Nach einem extrem starken zweiten Quartal mit einem Zuwachs von 1,6 Mrd. USD ebbt das Wachstum im Quartalsvergleich zwar ein wenig ab, doch scheint der Betrachtungshorizont insgesamt zu kurz für strukturelle Rückschlüsse. Beim genaueren Hinsehen zeichnen sich im dritten Quartal folgende Trends ab:

  • Wachstumstreiber Digitale Therapien: Wenn auch mit knapp 100 Mio. USD als Kategorie absolut überschaubar, so verzeichnet die Kategorie „Digitale Therapie“ relativ das größte Wachstum. Seit 2013 hat sie um Faktor 32 (!!!) zugelegt. Die Kategorie enthält vor allem Angebote, die Patienten bei einer Verhaltensänderung unterstützen sollen. Beispiele sind Omada Health (Diabetes-Prävention) und Kurbo (Gewichtsreduktion).
  • Megatrend Analytics und Big Data: In den ersten drei Quartalen 2014 sind fast 400 Mio. USD in Firmen zu Analyse von Gesundheitsdaten geflossen. Damit führt das Thema Big Data den Kapitalzufluss deutlich an, gefolgt von „Digital Medical Devices“ und „Healthcare Consumer Engagement“, also Angeboten, die Gesundheitsdienstleistungen oder Versicherungen an Konsumenten verkaufen.
  • Zunehmende M&A-Aktivität: Im dritten Quartal 2014 wurden beinahe 20 Digital Health Transkationen verkündet. Als Käufer treten dabei sowohl Tech-Firmen (z.B. Übernahme von Lift Labs durch Google) als auch etablierte Healthcare-Spieler auf. So hat beispielsweise der Krankenhausbetreiber HCA Healthcare das Ärzte-Workflow-Management-Tool PatientKeeper übernommen, um Patientenversorgung und -zufriedenheit zu erhöhen.

Dass 2014 bereits jetzt ein Rekordjahr ist, zeigen auch die weniger restriktiv definierten Zahlen des New Yorker Accelerators StartupHealth: Hier kommt man zum Ende von Q3 sogar schon auf 5 Mrd. USD Kapitalzufluss in 2014. Unabhängig von der Datengrundlage ist besonders die große Zahl von Corporate Exits erfreulich, da sie zukünftigen Investments von Finanz- bzw. VC-Investoren eine noch klarere Perspektive gibt und so eine anhaltende Investitionsdynamik unterstützt.

 

Q2/2014: Rekordzufluss von Venture Capital für Digital Health

Im zweiten Quartal 2014 flossen laut RockHealth ca. 1,6 Mrd. USD Venture Capital in Digital Health Startups – und damit ein Rekordbetrag: Das zweite Quartal 2014 übersteigt das Vorjahresquartal um 230%. Bereits zum Halbjahr überschreiten die Investitionen in den USA damit jene knapp 2 Mrd. USD, die im Gesamtjahr 2013 investiert wurden. Seit 2011 beträgt das jährliche Wachstum im Schnitt über 100%. Dabei finden der hohe Zufluss an Seed-Kapital noch nicht einmal Berücksichtigung, da RockHealth nur Finanzierungsrunden mit einem Volumen von mehr als 2 Mio. USD berücksichtigt. Andere Quellen wie StartupHealth sprechen sogar von Investitionen in Höhe von 3,3 Mrd. USD im ersten Halbjahr 2014.

Digital Health Funding USA, Q1 2011-2014

Ein Blick in die auf Slideshare verfügbare Präsentation von RockHealth zeigt die Treiber des Wachstums:

  • Große Transaktionen: Von 2,3 Mrd. USD Finanzierungsvolumen entfallen alleine ein Drittel auf die acht größten Transaktionen mit Finanzierungsvolumen zwischen 54 und 135 Mio. USD.
  • Große Seed-Finanzierungsrunden: Seed-Runden mit Volumnia über 2 Mio. USD sind in Deutschland nicht an der Tagesordnung. In den USA machten solche Finanzierungsrunden in der ersten Hälfte des Jahres 2014 mach 57% der Gesamtinvestitionen aus.
  • Wachsende Dynamik an der Ostküste: Während 36 von 143 betrachteten Transaktionen auf das Silicon-Valley entfallen, haben sich Boston und New York mit zusammen 31 Transaktionen zum veritablen Wachstumstreiber entwickelt.

Begleitet werden diese Trends von einem sich verschiebenden Investorenprofil: Während Crowdfunding-Plattformen wie Indiegogo an Bedeutung verlieren, zählen große Namen wie Qualcomm Ventures oder Andreesen Horowitz inzwischen zu den aktivsten Digital Health Investoren.

Q1/2014: VC-Investitionen in Digital Health 87% über Vorjahr

Im ersten Quartal 2014 flossen in den USA beinahe 700 Mio. USD Venture Capital in Digital Health Startups. Damit hat Q1/2014 das bisherige Rekordquartal (Q3/2013) abgelöst. Dabei berücksichtigen auch die jüngsten Zahlen von Rock Health nur Finanzierungsrunden mit einem Volumen >2 Mio. USD. Seit 2011 beträgt das durchschnittliche Wachstum damit beeindruckende 64%.

Digital Health Funding USA, Q1 2011-2014

Der Zuwachs von 87% gegenüber dem Vorjahresquartal hat vor allem zwei Treiber:

  • Steigende „Ticketgrößen“: Die durchschnittliche Finanzierungsrunde belief sich in Q1/2014 auf über 13 Mio. USD. Im Gesamtjahr 2013 lag dieser Wert bei 10 Mio. USD. Die größte Finanzierungsrunde landete der Disease Management-Anbieter MedHOK (Medical House of Knowledge) mit 77,5 Mio. USD, unter anderem von Bain Capital Ventures.
  • Zusätzliche Wachstumskategorien: Durch die Reformen im US-Gesundheitsmarkt fließen zunehmend Investitionen in innovative Administrationslösungen für die Versicherungswirtschaft (120 Mio. USD). Gleichzeitig zeigen die Wachstumstreiber der Vergangenheit (Analytics und Big Data, Telemedizin) eine unverändert hohe Dynamik.

Bisher sieht es also so aus, als ob 2014 ein weiteres Rekordjahr für Digital Health in den USA markieren könnte. Und auch in Deutschland rückt das Digital Health zunehmend auf die Investoren-Agenda – auch wenn die Maßstäbe bisher kaum vergleichbar erscheinen.

2013: 2 Mrd. $ Finanzierung für Digital Health in den USA

RockHealth meldet für 2013 fast 2 Mrd. USD an Venture-Investments für Digital Health. Gerade im letzten Quartal haben die Investitionen nochmal deutlich zugelegt: Mit 448 Mio. USD lagen sie fast 55% über dem Vorjahr. Damit setzt sich die hohe Dynamik des dritten Quartals fort. Insgesamt wurden im Jahresvergleich in 2013 ca. 40% mehr investiert als in 2012. Da RockHealth lediglich Finanzierungsrunden über 2 Mio. USD erfasst übersteigt das Gesamt-Finanzierungsvolumen mit hoher Wahrscheinlichkeit 2 Mrd. USD.

Digital Health Investment USA 2010 - 2013

Bereits in der RockHealth-Datenbasis stammt mehr als die Hälfte des genannten Finanzierungsvolumens aus Early-Stage-Transaktionen (Seed oder Series A). Berücksichtigt man die nicht erfassten Transaktionen unter 2 Mio. USD ist dieser Anteil noch höher. Ein weiterer Trend ist das zunehmende Erscheinen spezialisierter Geldgeber: 27 Investoren haben in 2013 drei oder mehr Digital-Health-Transaktionen getätigt – unter ihnen bekannte Namen wie Kleiner Perkins und Sequoia Capital. Für weitere Details empfehlen wir einen Blick in den aktuellen RockReport.

 

Deutsche Digital Health Startups locken Investoren

Deutsche Digital Health Investments nehmen zuDie zunehmende Zahl von Digital Health Startups im deutschsprachigen Raum lässt eine wachsende Zahl von Investoren auf den Plan treten. Wir haben uns die Investorenlandschaft angesehen und drei Trends identifiziert, die weiteres Wachstum erwarten lassen:

  1. Business Angels entdecken Digital Health: Mit Dr. Johann („Hansi“) Hansmann (z.B. MySugr, Diagnosia) , verfügt die österreichische Szene über einen der erfahrensten Digital Health Investoren im deutschsprachigen Raum. Aber auch deutsche Internet-Investoren wie Christophe Maire, Martin Sinner und Lucas von Cranach investieren inzwischen in das Thema Gesundheit.
  2. Entstehung spezialisierter Investoren: Innovative Startups wie BetterDoc konnten den DocCheck-Gründer Dr. Frank Antwerpes überzeugen, mit Guano ein spezialisiertes Investment-Vehikel aus der Taufe zu heben. Auch CompuGroup Gründer Frank Gotthardt glaubt an innovative digitale Gesundheitslösungen: Mit XLHealth möchte er sich als Inkubator, Accelerator und Investor an Startups beteiligen. Für die nächsten drei Jahre plant er dabei ein Investitionsvolumen von 50 Mio. €. Und mit Peppermint’s Investment in Emperra unternimmt auch ein etablierter MedTech/BioTech-Investor seine ersten digitalen Gesundheits-Investments.
  3. Digital Health als strategische Priorität für Konzerne: Für die Deutsche Telekom ist e-Health bereits heute ein strategisches Konzerngeschäftsfeld. Über Ihren VC-Ableger T-Venture ist sie z.B. bei BodyTel investiert. Über ihr Accelerator-Programm hub:raum unterstützt sie das Dermatologie-Startup goderma und den Anamnese-Anbieter PocketAid. Ähnlich erklärt sich die Allianz-Versicherung mittels ihres Digital Accelerators als Anlaufstelle für Gesundheits-Startups. Und auch erste deutsche Pharmaunternehmen engagieren sich:  So unterstützt z.B. Boehringer-Ingelheim über seinen US-Arm den US-Accelerator RockHealth.

Auch wenn der Nachholbedarf gegenüber dem boomenden US-Markt noch immens bleibt, scheint die Ausgangssituation für digitale Gesundheits-Startups im deutschsprachigen Raum bereits jetzt besser zu sein als je zuvor.

Q3: 673 Mio. USD (+90%) Venture Capital für Digital Health in den USA

Mit insgesamt mehr als 1,5 Mrd. USD übersteigt der Kapitalzufluss in amerikanische Digital Health Startups bereits zum Ende des dritten Quartals die Gesamt-Investitionen des Jahres 2012 (1,4 Mrd. USD). Das von RockHealth für Q3/2013 ausgewiesene Wachstum von 90% (673 Mio. USD) gegenüber dem Vorjahr überkompensiert damit ein zweites Quartal auf Vorjahresniveau. Seit 2011 wächst der Kapitalzufluss in den ersten drei Quartalen um durchschnittlich 60% im Jahr:

VC-Investment in Digital Health Q3 2011-2013

Mitverantwortlich für das starke Wachstum ist eine wachsende Zahl großer Anschlussfinanzierungen, sowohl in B2C als auch in B2B-Geschäftsmodellen, z.B.

  • Practice Fusion: Der Hersteller Cloud-basierter Arzt-Informationssysteme wurde mit 70 Mio. USD finanziert.
  • Die Wearables-Hersteller FitBit und Withings erhielten 43 Mio. respektive 30 Mio. USD.

Digital Health etabliert sich anscheinend bei professionellen US-Kapitalgebern weiter als Trend-Vertical. Im Gegensatz dazu sind die meisten der (häufig hardware-fokussierten) Crowdfunding-Kampagnen in Q3 gescheitert. Positive und visible Ausnahme ist hier das Diagnose-Gadget Scanadu Scout, das 80% des Q3-Crowdfunding-Volumens von 2,1 Mio. USD ausmacht.

 

 

Online-Therapie für psychische Erkrankungen: 5 Mio. USD Finanzierung für US-Startup Breakthrough

Nicht nur in Deutschland herrscht ein Engpass bei der Betreuung psychischer Erkrankungen: 50% der ca. 67 Mio. US-Amerikaner, die unter psychischen Erkrankungen leiden, erhalten keine Behandlung. Wie TechCrunch heute berichtet, hat das US-Startup BreakTrough 5 Mio. USD Series A Finanzierung vom Investor The Social+Capital Partnership (S+C) erhalten. Ähnlich wie bereits existierende Ansätze in Deutschland sieht BreakThrough das therapeutische Potenzial von Online-Angeboten, geht dabei aber noch weiter: Während z.B. deprexis eine reine „Software-Therapie“ ist, integriert BreakThrough Patientengespräche auf Videokonferenzbasis. So will BreakThrough nicht nur die Zeit bis zur ersten Behandlung überbrücken, sondern in Kooperation mit akkreditierten Therapeuten auch eine dauerhafte Betreuung von Patienten z.B. in unterversorgten Regionen ermöglichen.

Für S+C ist BreakThrough nicht das erste Investment in Digital Health: Durch Investitionen in Firmen wie Asthmapolis oder Syapse rangiert der Investor aus Palo Alto im jüngsten Rock Health Digital Health Funding Update auf den vorderen Plätzen.

US-VC-Investitionen in Digital Health unverändert hoch

Nach den neuesten Zahlen von RockHealth sind in 2013 bisher 849 Mio. USD Risikokapital in Digital Health geflossen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung von 12%, wobei dieser Zuwachs vor allem auf ein starkes erstes Quartal zurückgeht.

VC-Investment in Digital Health Q1-Q2 2013

RockHealth attestiert nach wie vor Anwendungen für Patienten einen hohen Stellenwert: Mit „Wellness“ und „Personal Health Tools and Tracking“ drehen sich zwei von fünf Megatrends rund um das Thema „gesünderes Patientenverhalten“. In ersterer Kategorie sieht RockHealth Angebote und Anreizschemata, die sich z.B. an Arbeitgeber richten können (z.B. das Corporate Wellness Programm Keas). In die zweite Kategorie fallen Angebote rund um die Themen Quantified Self (z.B. Tracking-Devices wie das Basis) und Patientenvernetzung (z.B. PatientsLikeMe). Als weitere Trends werden die digitale Gesundheitsakte, Big Data und Telemonitoring genannt, denen zuletzt bereits in mehreren Studien großes Potenzial attestiert wurde.

Digital Health Investments in den USA auch in Q1 2013 mit starkem Wachstum

Laut RockHealth hält das starke Wachstum bei Digital Health Investitionen auch in 2013 an. Im ersten Quartal wurden in den USA mit 365 m USD ~35% mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres investiert. In diese Zahl fließen mehrere Einzelinvestments jenseits von 20 m USD ein. Als Investment-Schwerpunkt hat RockHealth im ersten Quartal die Themen „Telemedizin“ und „Wearables“ ausgemacht.

US Digital Health VC Investment Q1 (2011 - 2013)