Q3/2015: Digital Health Funding mit unverändert hoher Dynamik

3,3 Mrd. USD Venture Capital flossen von Januar bis Ende September 2015 in den amerikanischen Digital Health Sektor. Die Zahlen stammen vom US-Investor RockHealth, deren Analysten sich auf Finanzierungsrunden mit einem Volumen >2 Mio. USD konzentriert haben. Damit bewegt sich 2015 leicht über dem Niveau des vorherigen (Rekord-)jahres:

DIgital Health Funding USA Q3/2015 (kumuliert)

 

Das meiste Kapital floss in die Kategorie „Healthcare Consumer Engagement“ (489 Mio. USD), gefolgt von „Wearables and Biosensing“ (430 Mio. USD) und „Personal Health Tools“ (315 Mio. USD). Teilsweise ist dieses Ranking jedoch stark von einzelnen Transaktionen getrieben: 300 Mio. der 430 Mio. USD in der Kategorie Wearables entfallen alleine auf das Unternehmen Jawbone.

Und in Deutschland?  „Q3/2015: Digital Health Funding mit unverändert hoher Dynamik“ weiterlesen

Viel Funding und der erste Exit: Digital Health in DACH mit starkem ersten Quartal

In wenigen Wochen mehr als 12 Mio. € Wachtumsfinanzierung und der Verkauf von Feingold Technologies an sharecare: Noch nie waren deutsche Gesundheits-Startups präsenter als im ersten Quartal 2015. Grund genug, die wichtigsten Entwicklungen nochmal in einem eigenen Post zusammenfassen.

Digital Health Funding Germany Austria Switzerland vs. USA: Q1/2015

 

Das Jahr beginnt mit Finanzierungswelle

Erst im März erklärte der deutsche Investor Capnamic E-Health zum Trendthema. Doch während die Kölner den Trend noch an Finanzierungsanfragen festmachten, machen andere Investoren und Startups schon Nägel mit Köpfen: Mit Clue, „Viel Funding und der erste Exit: Digital Health in DACH mit starkem ersten Quartal“ weiterlesen

So brachte 2014 den Durchbruch für Digital Health

Rekordkapitalzufluss in den USA, eine stark wachsende und immer besser organisierte Schar europäischer Startups und eine zunehmende Visibilität auch beim deutschen Durchschnittsverbraucher: Rückblickend hat 2014 das Zeug zum Jahr des Durchbruchs für Digital Health – auch außerhalb der USA. Hier die Zusammenfassung der aus unserer Sicht wichtigsten Entwicklungen:

>4 Mrd. USD Digital Health Funding in den USA

Nach den jüngsten Zahlen von RockHealth sind in 2014 alleine in den USA 4,1 Mrd. USD Venture Capital in Digital Health Startups geflossen. Das fünfte Rekordjahr in Folge ist damit nicht ’nur‘ eine Verdoppelung zu 2013, sondern entspricht grob dem Gesamt-Kapitalzufluss der letzten drei Jahre. Wie immer fließen dabei in die RockHealth-Zahlen nur Finanzierungsrunden mit einem Volumen >2 Mio. USD ein.

Digital Health Funding 2010 - 2014 Full Year

Die Megathemen 2014 waren „So brachte 2014 den Durchbruch für Digital Health“ weiterlesen

Q3/2014: Digital-Health-Kapitalzufluss 2014 übersteigt 3 Mrd. USD-Marke

Laut der jüngsten Zahlen von RockHealth sind im dritten Quartal 2014 700 Mio. USD Venture Capital in digitale Gesundheitsangebote geflossen. Die Investitition in Digital Health eilen damit weiterhin von Rekord zu Rekord: Bereits jetzt übersteigt das Investitionsvolumen 2014 das ganze Jahr 2013 um 50% (2012: ~2 Mrd. USD).

Digital Health Venture Capital Zufluss Q3 (USA, 2011-2014)

Nach einem extrem starken zweiten Quartal mit einem Zuwachs von 1,6 Mrd. USD ebbt das Wachstum im Quartalsvergleich zwar ein wenig ab, doch scheint der Betrachtungshorizont insgesamt zu kurz für strukturelle Rückschlüsse. Beim genaueren Hinsehen zeichnen sich im dritten Quartal folgende Trends ab:

  • Wachstumstreiber Digitale Therapien: Wenn auch mit knapp 100 Mio. USD als Kategorie absolut überschaubar, so verzeichnet die Kategorie „Digitale Therapie“ relativ das größte Wachstum. Seit 2013 hat sie um Faktor 32 (!!!) zugelegt. Die Kategorie enthält vor allem Angebote, die Patienten bei einer Verhaltensänderung unterstützen sollen. Beispiele sind Omada Health (Diabetes-Prävention) und Kurbo (Gewichtsreduktion).
  • Megatrend Analytics und Big Data: In den ersten drei Quartalen 2014 sind fast 400 Mio. USD in Firmen zu Analyse von Gesundheitsdaten geflossen. Damit führt das Thema Big Data den Kapitalzufluss deutlich an, gefolgt von „Digital Medical Devices“ und „Healthcare Consumer Engagement“, also Angeboten, die Gesundheitsdienstleistungen oder Versicherungen an Konsumenten verkaufen.
  • Zunehmende M&A-Aktivität: Im dritten Quartal 2014 wurden beinahe 20 Digital Health Transkationen verkündet. Als Käufer treten dabei sowohl Tech-Firmen (z.B. Übernahme von Lift Labs durch Google) als auch etablierte Healthcare-Spieler auf. So hat beispielsweise der Krankenhausbetreiber HCA Healthcare das Ärzte-Workflow-Management-Tool PatientKeeper übernommen, um Patientenversorgung und -zufriedenheit zu erhöhen.

Dass 2014 bereits jetzt ein Rekordjahr ist, zeigen auch die weniger restriktiv definierten Zahlen des New Yorker Accelerators StartupHealth: Hier kommt man zum Ende von Q3 sogar schon auf 5 Mrd. USD Kapitalzufluss in 2014. Unabhängig von der Datengrundlage ist besonders die große Zahl von Corporate Exits erfreulich, da sie zukünftigen Investments von Finanz- bzw. VC-Investoren eine noch klarere Perspektive gibt und so eine anhaltende Investitionsdynamik unterstützt.

 

Q2/2014: Rekordzufluss von Venture Capital für Digital Health

Im zweiten Quartal 2014 flossen laut RockHealth ca. 1,6 Mrd. USD Venture Capital in Digital Health Startups – und damit ein Rekordbetrag: Das zweite Quartal 2014 übersteigt das Vorjahresquartal um 230%. Bereits zum Halbjahr überschreiten die Investitionen in den USA damit jene knapp 2 Mrd. USD, die im Gesamtjahr 2013 investiert wurden. Seit 2011 beträgt das jährliche Wachstum im Schnitt über 100%. Dabei finden der hohe Zufluss an Seed-Kapital noch nicht einmal Berücksichtigung, da RockHealth nur Finanzierungsrunden mit einem Volumen von mehr als 2 Mio. USD berücksichtigt. Andere Quellen wie StartupHealth sprechen sogar von Investitionen in Höhe von 3,3 Mrd. USD im ersten Halbjahr 2014.

Digital Health Funding USA, Q1 2011-2014

Ein Blick in die auf Slideshare verfügbare Präsentation von RockHealth zeigt die Treiber des Wachstums:

  • Große Transaktionen: Von 2,3 Mrd. USD Finanzierungsvolumen entfallen alleine ein Drittel auf die acht größten Transaktionen mit Finanzierungsvolumen zwischen 54 und 135 Mio. USD.
  • Große Seed-Finanzierungsrunden: Seed-Runden mit Volumnia über 2 Mio. USD sind in Deutschland nicht an der Tagesordnung. In den USA machten solche Finanzierungsrunden in der ersten Hälfte des Jahres 2014 mach 57% der Gesamtinvestitionen aus.
  • Wachsende Dynamik an der Ostküste: Während 36 von 143 betrachteten Transaktionen auf das Silicon-Valley entfallen, haben sich Boston und New York mit zusammen 31 Transaktionen zum veritablen Wachstumstreiber entwickelt.

Begleitet werden diese Trends von einem sich verschiebenden Investorenprofil: Während Crowdfunding-Plattformen wie Indiegogo an Bedeutung verlieren, zählen große Namen wie Qualcomm Ventures oder Andreesen Horowitz inzwischen zu den aktivsten Digital Health Investoren.

Q1/2014: VC-Investitionen in Digital Health 87% über Vorjahr

Im ersten Quartal 2014 flossen in den USA beinahe 700 Mio. USD Venture Capital in Digital Health Startups. Damit hat Q1/2014 das bisherige Rekordquartal (Q3/2013) abgelöst. Dabei berücksichtigen auch die jüngsten Zahlen von Rock Health nur Finanzierungsrunden mit einem Volumen >2 Mio. USD. Seit 2011 beträgt das durchschnittliche Wachstum damit beeindruckende 64%.

Digital Health Funding USA, Q1 2011-2014

Der Zuwachs von 87% gegenüber dem Vorjahresquartal hat vor allem zwei Treiber:

  • Steigende „Ticketgrößen“: Die durchschnittliche Finanzierungsrunde belief sich in Q1/2014 auf über 13 Mio. USD. Im Gesamtjahr 2013 lag dieser Wert bei 10 Mio. USD. Die größte Finanzierungsrunde landete der Disease Management-Anbieter MedHOK (Medical House of Knowledge) mit 77,5 Mio. USD, unter anderem von Bain Capital Ventures.
  • Zusätzliche Wachstumskategorien: Durch die Reformen im US-Gesundheitsmarkt fließen zunehmend Investitionen in innovative Administrationslösungen für die Versicherungswirtschaft (120 Mio. USD). Gleichzeitig zeigen die Wachstumstreiber der Vergangenheit (Analytics und Big Data, Telemedizin) eine unverändert hohe Dynamik.

Bisher sieht es also so aus, als ob 2014 ein weiteres Rekordjahr für Digital Health in den USA markieren könnte. Und auch in Deutschland rückt das Digital Health zunehmend auf die Investoren-Agenda – auch wenn die Maßstäbe bisher kaum vergleichbar erscheinen.

Betriebliche Gesundheitsförderung mit Digital Health

Healthbytes: Betriebliches GesundeheitsmanagementUnternehmen entdecken zunehmend das Potenzial digitaler und mobiler Angebote, um ihre Belegschaft gesund zu halten. Und das aus gutem Grund: Eine Reduzierung krankheitsbedingter Ausfälle ist bares Geld Wert. Im US-Versicherungssystem profitieren Arbeitgeber durch niedrigere Versicherungskosten noch zusätzlich von gesunden Mitarbeitern – und haben somit einen weiteren direkten Anreiz für effektive Prävention. Unternehmen haben dabei Zugriff auf eine wachsende Zahl digitaler Angebote, die sich grob in drei Gruppen zusammenfassen lassen.

  • Motivation zur Prävention mittels Apps: Erst kürzlich hat mit Endomondo eine der führenden Fitness-Apps ihr Employee Fitness Programm gestartet.  Der dänische Anbieter folgt damit US-Startups wie z.B. Keas. Durch die Angebote machen sich die Arbeitgeber die Motivationshebel der Fitness-Apps (insbes. Gamification und Social) zunutze, um bei ihren Mitarbeitern ein gesünderes Verhalten zu fördern.
  • Online-Marktplatz für Fitness-Angebote: Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung können deutsche Betriebe jedem Mitarbeiter bis zu 500€ im Jahr zukommen lassen. Anbieter wie Fitogram oder MachtFit bieten Unternehmen einen digitalen Marktplatz, über den Mitarbeiter dieses Budget bei Partnern (z.B. Fitness-Studios) ausschöpfen können. Die Betriebe schaffen so für ihre Mitarbeiter nicht nur Anreize, sondern bieten auch einen einfachen Zugang – und das ohne große Komplexität.
  • Identifikation von stress-bedingtem Handlungsbedarf: Stress kann krank machen. In Unternehmen kann sich das Stress-Level allerdings von Abteilung zu Abteilung deutlich unterscheiden. Auch ist der Einfluss nicht auf jeden Mitarbeiter gleichermaßen negativ. Hier setzt das in München und London beheimatete Startup SOMA Analytics an: Durch Auswertung der Smartphone-Nutzung erkennt die SOMA-Software das Stress-Level einzelner Mitarbeiter und gibt gezielt Hilfestellung zur Stress-Reduktion.

Digital Health bietet Unternehmen neue Möglichkeiten, um pro-aktiv die Mitarbeiter-Gesundheit zu fördern und Mitarbeiter darin zu unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu adressieren. Abzuwarten bleibt, wie schnell sich die Betriebe im größeren Umfang der neuen Möglichkeiten bedienen werden.

2013: 2 Mrd. $ Finanzierung für Digital Health in den USA

RockHealth meldet für 2013 fast 2 Mrd. USD an Venture-Investments für Digital Health. Gerade im letzten Quartal haben die Investitionen nochmal deutlich zugelegt: Mit 448 Mio. USD lagen sie fast 55% über dem Vorjahr. Damit setzt sich die hohe Dynamik des dritten Quartals fort. Insgesamt wurden im Jahresvergleich in 2013 ca. 40% mehr investiert als in 2012. Da RockHealth lediglich Finanzierungsrunden über 2 Mio. USD erfasst übersteigt das Gesamt-Finanzierungsvolumen mit hoher Wahrscheinlichkeit 2 Mrd. USD.

Digital Health Investment USA 2010 - 2013

Bereits in der RockHealth-Datenbasis stammt mehr als die Hälfte des genannten Finanzierungsvolumens aus Early-Stage-Transaktionen (Seed oder Series A). Berücksichtigt man die nicht erfassten Transaktionen unter 2 Mio. USD ist dieser Anteil noch höher. Ein weiterer Trend ist das zunehmende Erscheinen spezialisierter Geldgeber: 27 Investoren haben in 2013 drei oder mehr Digital-Health-Transaktionen getätigt – unter ihnen bekannte Namen wie Kleiner Perkins und Sequoia Capital. Für weitere Details empfehlen wir einen Blick in den aktuellen RockReport.

 

Q3: 673 Mio. USD (+90%) Venture Capital für Digital Health in den USA

Mit insgesamt mehr als 1,5 Mrd. USD übersteigt der Kapitalzufluss in amerikanische Digital Health Startups bereits zum Ende des dritten Quartals die Gesamt-Investitionen des Jahres 2012 (1,4 Mrd. USD). Das von RockHealth für Q3/2013 ausgewiesene Wachstum von 90% (673 Mio. USD) gegenüber dem Vorjahr überkompensiert damit ein zweites Quartal auf Vorjahresniveau. Seit 2011 wächst der Kapitalzufluss in den ersten drei Quartalen um durchschnittlich 60% im Jahr:

VC-Investment in Digital Health Q3 2011-2013

Mitverantwortlich für das starke Wachstum ist eine wachsende Zahl großer Anschlussfinanzierungen, sowohl in B2C als auch in B2B-Geschäftsmodellen, z.B.

  • Practice Fusion: Der Hersteller Cloud-basierter Arzt-Informationssysteme wurde mit 70 Mio. USD finanziert.
  • Die Wearables-Hersteller FitBit und Withings erhielten 43 Mio. respektive 30 Mio. USD.

Digital Health etabliert sich anscheinend bei professionellen US-Kapitalgebern weiter als Trend-Vertical. Im Gegensatz dazu sind die meisten der (häufig hardware-fokussierten) Crowdfunding-Kampagnen in Q3 gescheitert. Positive und visible Ausnahme ist hier das Diagnose-Gadget Scanadu Scout, das 80% des Q3-Crowdfunding-Volumens von 2,1 Mio. USD ausmacht.