Am Arzt vorbei? Gros der Digital Health Startups in DACH fokussiert auf Patienten

Was sind die wichtigsten Zielgruppen deutschsprachiger Digital Health Startups? Und was sind die wichtigsten Use Cases aus Anbietersicht? Nach diese Kriterien haben wir versucht, den Digital Health Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz („DACH-Region“) zu kartieren.

Das wichtigste Ergebnis vorab: Die überwiegende Zahl der Angebote richtet sich ausschließlich oder zumindest auch an den Patienten. In einem Gesundheitssystem, in dem Patienten typischerweise nicht selbst zahlen, ist dies beachtlich. Lediglich eine überschaubare Menge von Angeboten richtet sich direkt an die Leistungserbringer. Das Ergebnis der Analyse haben wir in einer kleinen Infografik aufbereitet:

HealthBytes Analysis: German digital health offeringsby target group and use case

Einige weitere Muster sind aus unserer Sicht hervorzuheben:

  • Anbieter setzen auf „Quantified Self“: Von allen Use Cases der größte ist das Tracken der eigenen Werte und Aktivitäten. Die Hoheit für die Interpretation der Daten liegt hier nicht mehr beim Arzt, sondern beim Patient.
  • Kaum ‚klassische‘ Telemedizin: Nur wenige Anbieter bieten das an, was lange unter dem Begriff „Telemedizin“ gehyped wurde. Von den drei Telemonitoring-Anbietern, sind mit BodyTel und Emperra zwei bereits lange unterwegs. Ein Hinweis auf die geringe Startup-Eignung eines Geschäfts mit hohen regulatorischen Auflagen und nach wie vor unsicheren Erstattungsaussichten.
  • Ein Herz für Digital Health: Neben den strukturellen Erkenntnissen konnten wir uns einer visuellen Auffälligkeit nicht verwehren: Das Herz ist klarer Logo-Favorit deutscher Gesundheits-Startups – auch wenn die ein oder andere Augestaltung Verwechslungsgefahr mit der Reisebranche bietet…Digital Health Startups in Germany love heart-centric logos

Für die Analyse haben wir uns auf die wichtigsten deutschen Anbieter in den untersuchten Use Cases konzentriert und jeden Anbieter nach seinem Schwerpunkt zugeordnet. Nicht jedes Angebot lässt sich gleichermaßen scharf kategorisieren. Wir haben uns an dieser Stelle zugunsten der Gesamtaussage für eine Vereinfachung entschieden.

 

4 Gedanken zu „Am Arzt vorbei? Gros der Digital Health Startups in DACH fokussiert auf Patienten“

  1. Vielen Dank für den Artikel. Digital Health hat so viel Potential die Ärzte bei Ihrer Arbeit zu unterstützen. Das ist echt super. Allerdings sollten die Daten nur dem Arzt und nicht Dritten zugänglich sein. Vermutlich wird das der kritische Punkt werden.

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