Online-Therapie: Psychische Erkrankungen als Vorreiter?

Mit Novego und Deprexis gibt es in Deutschland mittlerweile mindestens zwei digitale Therapieangebote für Patienten mit psychischen Erkrankungen – im Falle von Deprexis sogar für erste Patienten auf Rezept. Dabei scheint es gute Gründe zu geben, warum psychische Erkrankungen in Deutschlands aufkeimendem Digital Health Markt gezielt adressiert werden:

  • Kostentreiber psychische Erkrankung: Gemessen an den Kosten gehören psychische Erkrankungen zu den Top-3-Krankheitsklassen in Deutschland. In 2006 machten sie 11,3% der Krankheitskosten aus (Spitzenreiter waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 14,9%).
  • Mangelware Psychotherapeuth: Insbesondere gesetzliche Versicherte Patienten warten häufig wochenlang auf Termine. Das ist nicht nur teuer für die Kassen, sondern erhöht auch die Bereitschaft der Patienten, innovative Hilfestellungen anzunehmen.
  • Demographie der Patientenschaft: Im Vergleich zu anderen weit verbreiteten Krankheitsbildern leiden überproportional viele jüngere Menschen unter psychischen Erkrankungen: In der Gruppe der 15 bis 45-jährigen waren sie in 2011 der Auslöser für 38% der Aufenthalte in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichungen.
  • Komorbidität: Patienten mit chronischen somatischen Erkrankungen sind dem 1,5-2-fachen Risiko einer gleichzeitigen psychischen Störung ausgesetzt. Nach einer Veröffentlichung der Deutschen Rentenversicherung leiden beispielsweise 30-40% somatisch erkrankter Rehabilitationspatienten unter psychischen Belastungen. In der gleichen Gruppe beträgt die 4-Wochen-Prävalenz psychischer Störungen je nach somatischer Erkrankung 16-25%.

So gut also die Gründe für innovative Therapieansätze sind, so spannend werden die Ergebnisse der aktuell durchgeführten Wirksamkeitsstudien, z.B. bei Deprexis, sein.

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